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Gift in Medizin verwandeln

Archiv für das Schlagwort “Natur”

Nach der Meditation

Nach der Meditation ist es wichtig, unserer gewohnten Neigung, die Dinge als solide wahrzunehmen, nicht nachzugeben.

Wenn sie in den Alltag zurückkehren, lassen sie die Weisheit und Einsicht, das Mitgefühl und den Humor, die Geschmeidigkeit, Weite und Gelassenheit, die die Meditation in ihnen wachgerufen hat, ihre Alltagserfahrung durchdringen.

Meditation weckt in ihnen die Erkenntnis, dass die Natur von allem illusorisch und traumgleich ist; halten sie dieses Gewahrsein selbst im dicksten Samsara aufrecht.

Ein großer Meister sagte: “Nach der Meditationspraxis sei ein Kind der Illusion”.

Sogyal Rinpoche (*1948)

Zukunft unserer Spezies

Das alte Paradigma lautete: Wir sind Wesen, die Geist entwickelt haben, durch Verfehlung aber von Gott abgekommen sind.
Das neue Paradigma lautet: Wir sind nie aus Gott herausgefallen. Was wir Gott nennen, entfaltet sich wie ein Fächer in der Evolution. Wir sind eine Epiphanie Gottes. Wir können unsere wahre Natur nur nicht erkennen. Wir sind nicht abgefallen von dieser ersten Wirklichkeit, wie die „Ursünde“ uns das deuten will. Wir haben nur vergessen, dass wir aus dieser Wirklichkeit kommen und nie herausfallen können. Wir halten uns für den Strand, der nach dem Meer lechzt. Wir sind das Meer, das mit dem Strand spielt. In dieser Erkenntnis liegt die Zukunft unserer Spezies.

Die Trendwende in den Religionen hat begonnen.

Willigis Jäger (* 1925)

Göttliche Natur in sich selbst

Ein Mensch muss ein lauteres, klares Wissen haben von göttlicher Wahrheit. Der Mensch, der in allen seinen Werken ein rechtes Streben hat, bei dem ist der Anfang dieses seines Strebens Gott, und die Ausführung des Strebens ist wiederum Gott selber und ist die lautere göttliche Natur.
Und sein Streben endet in göttlicher Natur in ihm selbst.

Meister Eckhart (1260-1328)

Die Natur von allem erkennen

Wir dürfen keinesfalls den Fehler machen, anzunehmen, dass die Natur des Geistes sich ausschließlich auf unseren Geist beschränkt.

Tatsächlich ist sie die Natur von allem. Es kann also nicht oft genug betont werden, dass die Natur des eigenen Geistes zu erkennen bedeutet, die Natur von allem zu erkennen.

Sogyal Rinpoche

Tiefste Natur der Wirklichkeit

Wenn Sie gelernt haben, Ihr Leben durch Disziplin einfacher zu gestalten, und damit die Möglichkeiten des Ich, Sie zu verführen, eingeschränkt haben, und wenn Sie durch Üben achtsamer Meditation den Zugriff von Aggression, Festhalten und Negativität auf Ihr ganzes Wesen gelockert haben, kann langsam die Weisheit der Einsicht aufscheinen. Und diese Einsicht zeigt Ihnen im Lichte ihrer alles erhellenden Klarheit direkt und deutlich sowohl die feinsten Funktionsweisen Ihres eigenen Geistes als auch die tiefste Natur der Wirklichkeit selbst.

Sogyal Rinpoche (*1948)

Harmonie mit dem Ganzen

Die wahre Natur des wu-wei (kein Geist) ist nicht bloße Inaktivität, sondern vollkommenes Handeln – vollkommen, weil es ohne Aktivität handelt. Mit anderen Worten: es ist kein Handeln, das unabhängig von Himmel und Erde und im Konflikt mit der Dynamik des Ganzen erfolgt, sondern in vollkommener Harmonie mit dem Ganzen.

Chuang-tzu (um 365 v.u.Z.- 290)

Weisheit

Weisheit besteht in nichts als diesem:
Wahr reden, wahr handeln,
der Natur der Dinge folgen.

Heraklit (544 bis 483 v.Chr.)

Liebe strahlt

Liebe strahlt in jeder ihrer Ausdrucksformen mit gleichem Wert.
Liebe zu unserem Partner, unseren Kindern, die Liebe zu Freunden und weit Entfernten, die Liebe zu den kleinen Dingen des Alltags und die Liebe zur Natur, die Liebe zu Gott und die Liebe der Erde zu uns – all das und noch viel mehr sind die Strahlen der großen Liebe.
Liebe ermöglicht unserem Herz sich zu weiten und alles was uns begegnet, sei es freudig oder schmerzlich mit unserem Herzen zu umschließen.

Pyar Rauch (*1960)

Das ist die Lehre

Ein junger Mann sucht Arbeit. Um herauszubekommen, was er tun soll, entschließt er sich zu meditieren, bis er seine innere Stimme hört. Er setzt sich hin und meditiert so lange, bis er innen eine Stimme hört, die sagt: „Werde Schreiner!” Also geht er zu einem Schreiner und wird tatsächlich eingestellt. Am ersten Tag zerbricht er eine Säge. Am zweiten schneidet er sich in die Hand, und am dritten bekommt er Sägemehl in die Augen und muss nach Hause gehen. In der Nacht sinniert er: „Da steckt eine Lehre drin, weil alles, was uns zustößt, zum Lernen da ist. Wenn ich nur hören könnte, was mir meine innere Stimme sagen will! Ich will weiter meditieren, dann werde ich es wissen.”

Und beim Meditieren sagt ihm eine neue Stimme: „Die Lehre ist: Du musst an Deinen Vorsätzen festhalten! Führe durch, was Du Dir vorgenommen hast!” Also geht der junge Mann am nächsten Tag wieder in die Werkstatt und ruiniert einen frisch gebeizten Schrank. Am Tag darauf bohrt er in einer Wand eine Wasserleitung an und verursacht eine Überschwemmung. Er bleibt aber guter Dinge und sagt zu sich selber: „Das ist alles zu meinem Besten, das ist eine Lehre, die mich wachsen lässt. Ich versuche es noch einmal, zuzuhören und zu verstehen.”

Beim Meditieren spricht eine andere Stimme zu ihm und sagt: „Die Lektion, die Du lernen sollst, ist: Du sollst Dich nicht gegen die Natur wenden. Wenn Deine Arbeit Dir nichts bringt, dann arbeite überhaupt nicht, weil die Natur Dich immer versorgen wird, wenn nur Dein Herz offen ist.” Also spaziert der junge Mann am nächsten Tag durch den Wald und wartet, dass ihm die Vorsehung einen Tipp gibt.
Als er unter einem großen Baum geht, bricht plötzlich ein dicker Ast ab und trifft ihn so, dass er umfällt. Ein paar Minuten reibt er sich seine Beule, dann schaut er nach oben und spricht zum Himmel: „Ich verstehe das nicht. Ich bin dem Rat all meiner inneren Stimmen gefolgt und trotzdem ist alles schiefgegangen.” Aber der Himmel gibt ihm keine Antwort. Da seufzt der junge Mann tief und denkt bei sich: „Ich gebe auf! Es kümmert mich nicht, was die Lehre ist. Von jetzt an werde ich genau das tun, was ich will und bestimmt nicht mehr auf irgendwelche Stimmen hören.”

Da sagt eine Stimme in ihm: „So! Das ist die Lehre!”

Osho (1931-1990)

Wahre Identität

Handeln bedeutet, gegenüber deinen eigenen Gedanken – den guten wie den schlechten – wahrhaft aufmerksam zu sein, in die wahre Natur aller Gedanken zu schauen, weder die Vergangenheit zu verfolgen noch die Zukunft einzuladen, weder ein Anhaften an freudige Erfahrungen zuzulassen noch sich von traurigen Ereignissen überwältigen zu lassen. Wenn man so vorgeht, versucht man, den Zustand der großen Ausgewogenheit zu erreichen und in ihm zu verweilen; ein Zustand, in dem alles – gut und schlecht, Friede und Verzweiflung – leer ist von wahrer Identität.

Dudjom Rinpoche (1904-1987)

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