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Gift in Medizin verwandeln

Archiv für das Schlagwort “Essenz”

Wurzel aller Phänomene

Die Wurzel aller Phänomene ist dein eigener Geist. Untersuchst du ihn nicht, jagt er – genial im Spiel der Täuschung – den Eindrücken hinterher. Blickst du jedoch direkt in ihn hinein, ist er bodenlos und ohne Ursprung. Seiner Essenz nach ohne Kommen, Bleiben und Gehen.

Jamyang Khyentse Chökyi Lodrö  [Dzongsar Khyentse Chökyi Lodrö] (1896 – 1959)

Essenz aller Zugehörigkeit

Man sieht oft alte Menschen, in deren Gegenwart – so alt ihr Körper auch sei – die majestätische und schwerelose Eleganz einer Ballettänzerin innewohnt. Sie sind in das Mysterium wahren Einsseins eingedrungen. Sie sind eins mit sich selbst. Dieses Einssein ist die Essenz aller Zugehörigkeit; ohne diese verborgene Einigkeit aller Dinge wäre kein Zugehören möglich. Das Einssein ist auch das geheime Anderswo, in dem jetzt die Gegenwart all jener aufgehoben ist, die aus unserem Leben verschwunden sind; sie gewährleistet, dass die Abwesenheit keine Leere ist.

John O’Donohue (1956 – 2008) in: Echo der Seele. Von der Sehnsucht nach Geborgenheit

Die Essenz deines Geistes…

Die Essenz deines Geistes ist nicht geboren, also wird sie auch niemals sterben. Es gibt keine Existenz, die vergeht. Es gibt keine Leere, die nur leer ist. Es hat weder Farbe noch Form. Es erfreut sich nicht an Annehmlichkeiten und erleidet keine Schmerzen. Wie sehr du auch das, was jetzt krank und voller Schmerzen ist, zu erkennen trachtest, so erkennst du es doch nicht. Ich weiß, du bist sehr krank. Als ein guter Zen-Schüler blickst du dieser Krankheit gerade ins Gesicht. Du weißt vielleicht nicht, wer es ist, der leidet, aber frag dich selbst: Was ist das Wesen dieses Geistes? Denke nur daran. Mehr brauchst du nicht. Begehre nichts. Dein Ende, das endlos ist, ist wie eine Schneeflocke, die in der reinen Luft vergeht.

Ein Zen-Meister schrieb  diesen Brief an einen seiner Schüler, der im Sterben lag. Ich habe den Text hier gefunden: http://tod-im-buddhismus.bodhibaum.net

Üben ohne Zweck und Motivation

Wahres Zen übt man ohne Motivation, ohne Zweck, ja sogar ohne die Erweckung (satori) anzustreben; ich betone allein die Essenz des Zen: Zazen. Die Rezitation der Sutras und die Zeremonien sind wohl sehr schöne Dinge, doch nicht das Wesentliche.

Es ist keineswegs notwendig, nach Japan zu gehen, um die authentische Zenlehre zu finden. Das wahre Zen ist hier und jetzt, in unserem Körper und in unserem Geist. Bei richtiger Haltung und Atmung findet der Geist zu seinem normalen Zustand zurück.

Taisen Deshimaru  (1914 – 1982)

Nichts ist, wie es scheint

Erkenne alle Dinge
als so beschaffen:
wie eine Luftspiegelung, ein Luftschloss,
einen Traum, eine Erscheinung,
ohne Essenz aber mit Eigenschaften,
die wahrgenommen werden können.

Erkenne alle Dinge
als so beschaffen:
wie den Mond am klaren Himmel,
der in einem reinen See sich spiegelt,
obwohl er nie zum See sich hinbewegt.

Erkenne alle Dinge als so beschaffen:
Wie ein Echo von Musik, Klängen und Stimmen,
im Echo selbst jedoch liegt keine Melodie.

Erkenne alle Dinge als so beschaffen:
Wie eines Magiers Illusion
von Pferden, Ochsen, Karren und anderem –
Nicht ist so
wie es scheint.

Gautama Buddha (ca. 563-483 v.u.Z.)

Essenz des Selbst erreichen

Wenn alle Dinge mit dem gleichen offenen Auge betrachtet werden,
wird die zeitlose Essenz des Selbst erreicht.

Keine Vergleiche oder Analogien sind hier möglich –
in diesem Sein ohne Ursache, Grund und Beziehung.

Sosan (510 – 606)

Im anderen Menschen sich selbst erkennen

Die Essenz aller Religionen ist in ihren mystischen Erfahrungen zu finden. Dieser mystische Weg führt aus der Versenkung zurück in die Welt und in die Weltverantwortung. Er führt in die Aktion, ins Handeln und zum Mitmenschen und ist Grundlage einer Ethik der Liebe, die im anderen Menschen sich selbst erkennt.

Willigis Jäger (*1925)

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