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Gift in Medizin verwandeln

Göttliche Natur in sich selbst

Ein Mensch muss ein lauteres, klares Wissen haben von göttlicher Wahrheit. Der Mensch, der in allen seinen Werken ein rechtes Streben hat, bei dem ist der Anfang dieses seines Strebens Gott, und die Ausführung des Strebens ist wiederum Gott selber und ist die lautere göttliche Natur.
Und sein Streben endet in göttlicher Natur in ihm selbst.

Meister Eckhart (1260-1328)

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Die Natur von allem erkennen

Wir dürfen keinesfalls den Fehler machen, anzunehmen, dass die Natur des Geistes sich ausschließlich auf unseren Geist beschränkt.

Tatsächlich ist sie die Natur von allem. Es kann also nicht oft genug betont werden, dass die Natur des eigenen Geistes zu erkennen bedeutet, die Natur von allem zu erkennen.

Sogyal Rinpoche

Über Vernunft und Erkenntnis

Wir suchen auf verborgene Weise
das Eine,
das weit über
Vernunft und Erkenntnis steht.

Johannes Tauler (ca. 1300 – 1361)

Ins lautere Nichts sinken

Soll Göttliches in den Menschen, so muss das Geschöpfliche erst den Menschen verlassen. Alles Geschöpfliche muss heraus, es sei von welcher Art auch immer; es muss alles weg, was in dir ist und was du empfangen hast. Die tierische, unvernünftige Seele muss da fort, damit im Menschen die vernünftige Seele erscheine. So muss der Mensch sich fassen lassen, sich leeren und vorbereiten lassen. Er muss alles lassen, dieses Lassens selbst noch ledig werden und es lassen, es für nichts halten und in sein lauteres Nichts sinken.

Johannes Tauler (1300 – 1361)

Grund der Seele

Im Grunde der Seele ist die Kraft, die in den Augen wirkt, ebenso hoch im Rang wie der Verstand, und da ist der Fuß und das Auge gleich edel. Was die Seele in ihrem Grunde sei, das ward noch nie gefunden.

Meister Eckhart (1260 – 1328)

Die Furcht deiner Seele

Was du für hässlich hältst, ist es nicht das, was du niemals versucht hast zu erreichen und dessen Sinn zu verstehen du niemals wünschtest? Wenn es Hässliches gibt, so sind es die Schuppen auf unseren Augen und das Wachs, das unsere Ohren verstopft. Mein Freund, nenne nichts hässlich außer der Furcht deiner Seele angesichts ihrer eigenen Erinnerungen.

Khalil Gibran (1883-1931)

Unsterblicher Geist

Es gibt keine Materie an sich! Alle Materie entsteht und besteht nur durch eine Kraft, welche die Atomteilchen in Schwingung bringt und sie zum winzigsten Sonnensystem des Atoms zusammenhält. Geist ist der Urgrund aller Materie. Nicht die sichtbare, aber vergängliche Materie ist das Reale, Wahre, Wirkliche (denn die Materie bestünde ohne diesen Geist überhaupt nicht!), sondern der unsichtbare, unsterbliche Geist ist das Wahre.

Max Planck (1858-1947)

Teilnehmer statt Beobachter

Wenn wir zu besserwisserischen Beobachtern unseres Lebens werden, hören wir auf, lebendige Teilnehmer an ihm zu sein. Ein Großteil der heutigen Therapieformen zielt darauf ab, die Menschen zu unerbittlichen Selbstbeobachtern zu drillen. Geübte Selbstbeobachter gestatten sich nicht die geringste Unachtsamkeit. Wie echte Wildwesthelden bringen sie es fertig, immer nur mit einem Auge zu schlafen. Unter solchen Voraussetzungen ist es extrem schwierig, sich „geschehen zu lassen“ und aus ganzem Herzen an diesem schönen, unwiederholbaren Leben teilzuhaben.

John O’Donohue (1956 – 2008) in: Echo der Seele. Von der Sehnsucht nach Geborgenheit

Essenz aller Zugehörigkeit

Man sieht oft alte Menschen, in deren Gegenwart – so alt ihr Körper auch sei – die majestätische und schwerelose Eleganz einer Ballettänzerin innewohnt. Sie sind in das Mysterium wahren Einsseins eingedrungen. Sie sind eins mit sich selbst. Dieses Einssein ist die Essenz aller Zugehörigkeit; ohne diese verborgene Einigkeit aller Dinge wäre kein Zugehören möglich. Das Einssein ist auch das geheime Anderswo, in dem jetzt die Gegenwart all jener aufgehoben ist, die aus unserem Leben verschwunden sind; sie gewährleistet, dass die Abwesenheit keine Leere ist.

John O’Donohue (1956 – 2008) in: Echo der Seele. Von der Sehnsucht nach Geborgenheit

Tiefste Natur der Wirklichkeit

Wenn Sie gelernt haben, Ihr Leben durch Disziplin einfacher zu gestalten, und damit die Möglichkeiten des Ich, Sie zu verführen, eingeschränkt haben, und wenn Sie durch Üben achtsamer Meditation den Zugriff von Aggression, Festhalten und Negativität auf Ihr ganzes Wesen gelockert haben, kann langsam die Weisheit der Einsicht aufscheinen. Und diese Einsicht zeigt Ihnen im Lichte ihrer alles erhellenden Klarheit direkt und deutlich sowohl die feinsten Funktionsweisen Ihres eigenen Geistes als auch die tiefste Natur der Wirklichkeit selbst.

Sogyal Rinpoche (*1948)

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