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Gift in Medizin verwandeln

Archiv für den Monat “Januar, 2013”

Spirituelle Arbeit

Spirituelle Arbeit ist viel einfacher, als der Geist sie darstellt. Wir machen ein ernsthaftes und komplexes Projekt daraus, obwohl sie nur ein Spaziergang im Park und so nah wie der Gang selbst ist. Wir schlendern einfach nur gemächlich umher, umgeben von frischer Luft und Sonnenschein, und sehen, was es zu sehen gibt.

Das Leben wartet darauf, dass wir müde werden, unser Heil mental weiter vor uns herzuschieben, damit es uns in der Unmittelbarkeit des Jetzt das schenken kann, was wir so verzweifelt suchen.

Rodney Smith in Frei von Selbsttäuschung. Der buddhistische Weg aus der Ego-Falle

Das Gesicht sehen

Es ist besser,
das Gesicht
zu sehen,
als
den Namen
zu hören.

Aus dem Zen

Wirklichkeit der Leerheit

Wirklichkeit ist nicht anderes als das, was gerade geschieht, jetzt. Die Dinge ereignen, bewegen und verwandeln sich. Wir können sie nicht in einem Schnappschuss festhalten. Doch das ist es, was alle unsere Ideen und Konzepte sind – eine Sammlung von Schnappschüssen. Genau das müssen wir unmittelbar erkennen. Diese Einsicht ist die Wirklichkeit der Leerheit, während alle Schnappschüsse die Welt der Form bilden. Und das Herzsutra* lehrt, um es noch einmal zu sagen, dass beide Welten gleich sind.

Bernard Glassman (*1939) in: Das Herz der Vollendung. Unterweisungen eines westlichen Zen-Meisters

* (http://www.zen-guide.de/zen/texte/id/35&titel=Mahaprajnaparamita-Hridaya-Sutra+%28Herzsutra%29)

Hohen Preis zahlen

Es wird davon berichtet, dass sich ein Zen-Schüler den Arm abhackte. Damit wollte er seinen Meister davon überzeugen, dass er es ernst und aufrichtig meinte, dessen Schüler zu werden.
Doch warum einen solch hohen Preis zahlen für etwas, das dir schon gehört…

Aus dem Zen

Zwölf Schritte – zwölf Prinzipien

Erster Schritt:
Wir gaben zu, dass wir dem Alkohol gegenüber machtlos sind – und unser Leben nicht mehr meistern konnten.
Prinzip: Ehrlichkeit

Zweiter Schritt:
Wir kamen zu dem Glauben, dass eine Macht, größer als wir selbst, uns unsere geistige Gesundheit wiedergeben kann.
Prinzip: Hoffnung

Dritter Schritt:
Wir fassten den Entschluss, unseren Willen und unser Leben der Sorge Gottes – wie wir Ihn verstanden – anzuvertrauen.
Prinzip: Vertrauen

Vierter Schritt:
Wir machten eine gründliche und furchtlose Inventur in unserem Inneren.
Prinzip: Mut

Fünfter Schritt:
Wir gaben Gott, uns selbst und einem anderen Menschen gegenüber unverhüllt unsere Fehler zu.
Prinzip: Rechtschaffenheit

Sechster Schritt:
Wir waren völlig bereit, all diese Charakterfehler von Gott beseitigen zu lassen.
Prinzip: Bereitwilligkeit

Siebter Schritt:
Demütig baten wir Ihn, unsere Mängel von uns zu nehmen.
Prinzip: Demut

Achter Schritt:
Wir machten eine Liste aller Personen, denen wir Schaden zugefügt hatten und wurden willig, ihn bei allen wieder gutzumachen.
Prinzip: Nächstenliebe

Neunter Schritt:
Wir machten bei diesen Menschen alles wieder gut – wo immer es möglich war –, es sei denn, wir hätten dadurch sie oder andere verletzt.
Prinzip: Disziplin

Zehnter Schritt:
Wir setzten die Inventur bei uns fort, und wenn wir Unrecht hatten, gaben wir es sofort zu.
Prinzip: Beharrlichkeit

Elfter Schritt:
Wir suchten durch Gebet und Besinnung die bewusste Verbindung zu Gott – wie wir Ihn verstanden – zu vertiefen.
Wir baten Ihn nur, uns Seinen Willen erkennbar werden zu lassen und uns die Kraft zu geben, ihn auszuführen.
Prinzip: Bewusstsein/Gottesbewusstsein

Zwölfter Schritt:
Nachdem wir durch diese Schritte ein spirituelles Erwachen erlebt hatten, versuchten wir, diese Botschaft an Alkoholiker weiterzugeben und unser tägliches Leben nach diesen Grundsätzen auszurichten.
Prinzip: Dienst

 

Aus: Zwölf Schritte – Red Book. Mehr hier: http://www.aa-leben.de/12_Schritt_RED-BOOK.pdf

Anmerkung:
Ich habe hier die Zwölf Schritte und Zwölf Prinzipien, die dazu gehören, mal miteinander kombiniert um den Zusammenhang deutlicher werden zu lassen. Im „Red Book“ heißt es: „Was ist ein Prinzip? – Ein Prinzip ist ein Ursprung, ein Anfang, eine grundlegende Voraussetzung, ein moralischer Grundsatz – eine Regel, durch die unser Verhalten bedingt wird. Jedem der Zwölf Schritte liegt ein Prinzip zugrunde.“

Sich ins Herz fallen lassen

Erwachen ist nichts,
das wir gewinnen oder aufrechterhalten,
sondern es ist,
wenn der Geist
seine Herrschaft loslässt
und sich ins Herz fallen lässt.

Rodney Smith in: Frei von Selbsttäuschung. Der buddhistische Weg aus der Ego-Falle

Über Grenzen gehen

Hätte sich aber ein Fisch vorgenommen, zuerst über die Grenzen des Wassers hinauszugelangen und dann ins Wasser zu gehen, und ein Vogel erst dann in den Himmel zu fliegen, wenn er über die Grenzen des Himmels hinausgelangt wäre, dann könnten der Fisch und der Vogel niemals ihren Weg und ihren Ort im Wasser oder im Himmel finden.

Dogen (1199-1253)

Dasein und Jungsein sind eins

Die Eigenheit der Ewigkeit ist,
dass Dasein und Jungsein in ihr eins ist,
denn die Ewigkeit wäre nicht ewig,
wenn sie neu werden könnte
und nicht allewege wäre.

Meister Eckhart (1260-1328)

Göttlich und menschlich

Ich möchte zeigen, dass wir Göttlichkeit und Menschlichkeit sind.
Damit will ich nichts entschuldigen, was allzu menschlich oder vielleicht untermenschlich ist, sondern ich meine damit menschlich im allerbesten Sinn.

Buddhaschaft führt nicht vom Menschlichen weg, sondern zum Menschlichen hin – zum Menschlichen in einer neuen Form oder besser gesagt in einer Transformation.
Sie ist kein dem Da-Sein Entfliehen, kein dem Berührt-Sein Entfliehen, kein dem Freund-Sein Entfliehen, kein dem unendlichen Bezogen-Sein Entfliehen.
Sie ist vielmehr ein Mitten-Darin-Sein in Berührt-Sein, Freund-Sein, Bezogen-Sein, Lebendig-Sein, und natürlich zugleich ein Hinausgehen über das Darin-verwickelt-Sein.

Pyar Rauch  (*1960)

An der Stille teilhaben

Fragt mich jemand, wo er wohl nach der Buddha-Natur suchen solle, so begegne ich ihm mit meiner Buddha-Natur. Fragt mich jemand nach Bodhisattvas, so zeige ich ihm echtes Mitgefühl, die Eigenschaft jedes Bodhisattvas. Fragt mich jemand nach der Erleuchtung, dann antworte ich ihm durch Nicht-Antworten und zeige ihm somit Unaussprechlichkeit. Fragt mich schließlich jemand nach Nirvana, dann lasse ich ihn teilhaben an der Stille, der Funktion des Nirvana.

Rinzai Gigen Zenji alias Lin-chi (um 850)

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