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Gift in Medizin verwandeln

Dankbarkeit und Freude

Wenn wir uns immer wieder daran erinnern, dass der Tod gewiss ist, aber das Leben nicht, dann werden wir in uns auch Dankbarkeit und Freude empfinden für jeden Tag, der uns beschieden ist.

Ayya Khema (1923 – 1997)

Musik ohne Saiten

Nada befindet sich in Deinem Inneren.
Es ist eine Musik ohne Saiten, die in Deinem Körper spielt.
Sie durchdringt das Innere und Äußere
und führt Dich fort von Illusion.

Kabir (1440-1518)

Leer und ledig werden

Kein Gefäß kann zweierlei Trank in sich fassen. Soll es Wein enthalten, so muß man notgedrungen das Wasser ausgießen; das Gefäß muß leer und ledig werden. Darum: sollst du göttliche Freude und Gott aufnehmen, so mußt du notwendig die Kreaturen ausgießen. Sankt Augustinus sagt: “Gieß aus, auf dass du erfüllt werdest. Lerne nicht lieben, auf dass du heben lernst. Kehre dich ab, auf dass du zugekehrt werdest.” Kurz gesagt: Alles, was aufnehmen und empfänglich sein soll, das soll und muß leer sein. Die Meister sagen: Hätte das Auge irgendwelche Farbe in sich, wenn es wahrnimmt, so würde es weder die Farbe, die es hätte, noch eine solche, die es nicht hätte, wahrnehmen; weil es aber aller Farben bloß ist, deshalb erkennt es alle Farben.

Meister Eckhart (1260 – 1328)

Wann hat man alle Dinge gelassen?

Wann hat man alle Dinge gelassen? So man alles das lässt, was der Sinn greifen kann, und alles, was man sprechen kann, und alles, was Farbe machen kann, und alles, was man hören kann, dann erst hat man alle Dinge gelassen. Wenn man so alle Dinge lässt, so wird man von der Gottheit durchklärt und überklärt.

Meister Eckhart (1260-1328)

Wie in Frieden?

Der entzweite Geist ist alles andere als weise.
Wie sollte er meditieren?
Wie sollte er in Frieden sein?
Wenn Du nicht in Frieden lebst, wie willst Du dann Freude erleben?

Aus der Bhagavad-Gita

Besser als…

Besser als in tausend Reden
Worte ohne Sinn verschwendet,
Ist ein Wort voll tiefen Sinnes,
das dem Hörer Frieden spendet.

Besser als in tausend Liedern
Worte ohne Sinn verschwendet,
Ist ein Wort voll tiefen Sinnes,
das dem Hörer Frieden spendet.

Ob ein Sänger hundert Lieder
sinnlos in die Lüfte sendet,
Besser ist ein Wort der Wahrheit
das dem Hörer Frieden spendet.

Magst du in der Schlacht besiegen
tausendmal zehntausend Krieger -
Wer das eigne Ich bezwungen,
Ist der größte Held und Sieger.

Aus dem Dhammapada (4. – 3. Jh.v.u.Z.)

Eins ums andere Mal wuchs ich wie Gras:
Ich starb der mineralischen Welt und wurde zur Pflanze;
und der Pflanzenwelt starb ich und wurde zum Tier;
ich starb als Tier und wurde Mensch.
Warum sollte ich das Verschwinden durch den Tod fürchten?
Was Du Dir nicht vorstellen kannst, das werde ich sein!

Hakim Sanai (1072 – 1131)

Wie aber wird bedachtsam, ihr Mönche, Ein- und Ausatmung geübt, wie gepflegt, auf daß sie hohen Lohn verleihe, hohe Förderung? Da begibt sich, ihr Mönche, der Mönch ins Innere des Waldes oder unter einen großen Baum oder in eine leere Klause, setzt sich mit verschränkten Beinen nieder, den Körper gerade aufgerichtet, und pflegt der Einsicht. Bedächtig atmet er ein, bedächtig atmet er aus.

Atmet er tief ein, so weiß er ‘Ich atme tief ein’, atmet er tief aus, so weiß er ‘Ich atme tief aus’; atmet er kurz ein, so weiß er ‘Ich atme kurz ein’, atmet er kurz aus, so weiß er ‘Ich atme kurz aus’. ‘Den ganzen Körper empfindend will ich einatmen’, ‘Den ganzen Körper empfindend will ich ausatmen’, so übt er sich. ‘Diese Körperverbindung besänftigend will ich einatmen’, ‘Diese Körperverbindung besänftigend will ich ausatmen’, so übt er sich. ‘Heiter empfindend will ich einatmen’, ‘Heiter empfindend will ich ausatmen’, so übt er sich. ‘Selig empfindend will ich einatmen’, ‘Selig empfindend will ich ausatmen’, so übt er sich. ‘Die Gedankenverbindung empfindend will ich einatmen’, ‘Die Gedankenverbindung empfindend will ich ausatmen’, so übt er sich. ‘Diese Gedankenverbindung besänftigend will ich einatmen’, ‘Diese Gedankenverbindung besänftigend will ich ausatmen’, so übt er sich. ‘Die Gedanken empfindend will ich einatmen’, ‘Die Gedanken empfindend will ich ausatmen’, so übt er sich. ‘Die Gedanken ermunternd will ich einatmen’, ‘Die Gedanken ermunternd will ich ausatmen’, so übt er sich. ‘Die Gedanken einigend will ich einatmen’, ‘Die Gedanken einigend will ich ausatmen’, so übt er sich. ‘Die Gedanken lösend will ich einatmen’, ‘Die Gedanken lösend will ich ausatmen’, so übt er sich. ‘Die Vergänglichkeit wahrnehmend will ich einatmen’, ‘Die Vergänglichkeit wahrnehmend will ich ausatmen’, so übt er sich. ‘Die Reizlosigkeit wahrnehmend will ich einatmen’, ‘Die Reizlosigkeit wahrnehmend will ich ausatmen’, so übt er sich. ‘Die Ausrodung wahrnehmend will ich einatmen’, ‘Die Ausrodung wahrnehmend will ich ausatmen’, so übt er sich. ‘Die Entfremdung wahrnehmend will ich einatmen’, ‘Die Entfremdung wahrnehmend will ich ausatmen’, so übt er sich.

Also wird bedachtsam, ihr Mönche, Ein- und Ausatmung geübt, also gepflegt, auf daß sie hohen Lohn verleihe, hohe Förderung.

Gautama Buddha (ca. 563-483 v. u.Z.)

Gegenwärtig sein

Die ganze Ignoranz des sogenannten Verstandes besteht darin, nicht in der Gegenwart sein zu können. Der Verstand bewegt sich dauernd: in die Zukunft oder in die Vergangenheit. Der Verstand, das Denken ist niemals im Hier und Jetzt! Die Bauweise des Verstandes macht es unmöglich, dass er in der Gegenwart sein kann. Weil der Verstand denken muss und es im gegenwärtigen Moment keine Möglichkeit zum Denken gibt! Man muss sehen, man muss hören, man muss gegenwärtig, anwesend sein, aber man kann da nicht denken.

Osho (1931-1990)

Ziel des Lebens

Das Ziel des Lebens besteht darin, intensiv zu leben, voll geboren zu werden und voll wach zu sein; von den Ideen eines infantilen Allmachtsgefühls loszukommen und zur Erkenntnis seiner wirklichen, wenngleich begrenzten Kraft zu gelangen; fähig zu werden, zu akzeptieren, dass ein jeder von uns zugleich das Allerwichtigste auf der Welt und doch nicht wichtiger als eine Fliege oder ein Grashalm ist; fähig zu sein, das Leben zu lieben und trotzdem den Tod furchtlos zu akzeptieren; die Ungewissheit über die wichtigsten Fragen, mit denen das Leben uns konfrontiert, hinzunehmen – und trotzdem an unser Denken und Fühlen, soweit es wirklich ein Stück von uns selbst ist, zu glauben; allein sein zu können und gleichzeitig mit den geliebten Menschen, mit jedem Mitmenschen auf Erden, mit allem Lebendigen eins sein zu können.

Erich Fromm (1900 – 1980)

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